EMDR

steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing  und ist eine traumaverarbeitende Psychotherapiemethode. Die amerikanische Psychologin Dr. Francine Shapiro entwickelte EMDR vor ca 25 Jahren. Neben der erfolgreichen Verarbeitung unbewältigter traumatischer Erlebnisse wird EMDR inzwischen bei Erwachsenen und Kindern auch erfolgreich eingesetzt zur Behandlung:

  • Anpassungsstörungen
  • traumatischer Trauer
  • depressiven Erkrankungen
  • Angststörungen
  • Verhaltensstörungen
  • chronischen Schmerzsyndromen
  • psychosomatischen Erkrankungen
  • und vielen anderen Erkrankungen.

Wissenschaftlich wird davon ausgegangen, dass die blockierte Verarbeitung belastender Erinnerungen in den Gedächtnisnetzwerken des Gehirns mittels EMDR aktiviert wird und die zügige Verarbeitung erklären hilft. EMDR benötigt 40% weniger Behandlungsstunden als andere bewährte Verfahren.

EMDR ist eine zunächst einfach erscheinende, jedoch komplexe, invasive und sehr wirksame Therapiemethode, die gut gelernt und vermittelt werden sollte, gerade auch im Hinblick auf viele Risiken und Nebenwirkungen der Methode.

EMDR sollte nur von entsprechend den Standards ausgebildeten  ärztlichen und psychologischen PsychotherapeutInnen sowie approbierten Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten durchgeführt werden.

Die EMDR Methode folgt im therapeutischen Prozedere einem standardisierten Ablauf mit 8 Behandlungsphasen

  • mit Vorgeschichte
  • Aufklärung der Pat.
  • Diagnose
  • Behandlungsplan
  • Herausarbeiten der belastenden Erinnerung(en), die zu verarbeiten sind mit den affektiven, kognitiven, sensorischen und körperbezogenen Komponenten
  • und der konkreten Anleitung des Pat., die belastende Erinnerung zu kontaktieren,
  • während gleichzeitig eine bilaterale Stimulation (bspw. im Wechsel Augenbewegungen, Töne, kurze Berührungen z. B. von Handinnenpunkten), durchgeführt wird.

Den jeweiligen PsychotherapeutInnen kommt hierbei u.a. die Rolle zu, (mit) darauf zu achten, dass sich die jeweiligen PatientInnen während des Behandlungsprozesses gut geerdet, in Sicherheit und autonom fühlen und immer wieder in die Beobachterposition gehen können.

Die meisten PatientInnen erleben nach einer Behandlung  eine (deutliche) Entlastung dessen, was sie quält, verunsichert, ihnen Angst und Schmerz macht, und sie fühlen sich entlastet. Die Erinnerung ist weniger oder gar nicht mehr quälend, die körperliche Erregung klingt spürbar ab, und negative Gedanken über sich selbst, die Welt und die Mitmenschen können neu und positiver formuliert und insb. auch gefühlt und erlebt werden. Am Ende eines positiv verlaufenden EMDR-Behandlungszyklus fühlen sich die PatientInnen ganz deutlich entlastet, können die Welt positiv mit neuen Augen sehen und verfügen über mehr Freiheitsgrade.