EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing und ist eine Trauma-verarbeitende Psychotherapiemethode.
Die amerikanische Psychologin Dr. Francine Shapiro entwickelte EMDR vor ca 30 Jahren. Neben der erfolgreichen Verarbeitung unbewältigter traumatischer Erlebnisse wird EMDR inzwischen bei Erwachsenen und Kindern auch erfolgreich eingesetzt zur Behandlung von
- Anpassungsstörungen
- traumatischer Trauer
- depressiven Erkrankungen
- Folgen von Bindungs-Traumatisierungen
- Entwicklungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen
- Angst- und Panikstörungen
- Verhaltensstörungen
- chronischen Schmerzsyndromen
- psychosomatischen Erkrankungen
- stoffgebundenen Abhängigkeiten (besonders im Zusammenhang mit einer Traumafolgestörung)
EMDR ist gut integrierbar in jedes andere wissenschaftliche Psychotherapieverfahren. Wissenschaftlich wird davon ausgegangen, dass die blockierte Verarbeitung belastender Erinnerungen in den Gedächtnisnetzwerken des Gehirns mittels EMDR aktiviert wird und die zügige Verarbeitung erklären hilft. EMDR benötigt signifikant weniger Behandlungsstunden als andere bewährte wissenschaftliche Psychotherapieverfahren.
EMDR ist eine zunächst einfach erscheinende, jedoch komplexe, invasive und sehr wirksame Therapiemethode, die gut gelernt und vermittelt werden sollte, gerade auch im Hinblick auf viele mögliche Risiken der Methode.
EMDR sollte nur von entsprechend den Standards ausgebildeten ärztlichen und psychologischen PsychotherapeutInnen sowie approbierten Kinder- und Jugendlichen-PsychotherapeutInnen durchgeführt werden.
Die EMDR-Behandlung folgt im therapeutischen Prozedere einem standardisierten Ablauf mit 8 Behandlungsphasen, die eingebettet sind in Ressourcen und einen Ressourcenrahmen:
- Erhebung der Vorgeschichte
- Aufklärung der Patienten
- Diagnose
- Behandlungsplan
- Herausarbeiten der belastenden Erinnerung(en), die zu verarbeiten sind mit den affektiven, kognitiven, sensorischen und körperbezogenen Komponenten
- und der konkreten Anleitung des Pat., die belastende Erinnerung zu kontaktieren,
- während gleichzeitig eine bilaterale Stimulation (bspw. im Wechsel Augenbewegungen, Töne, kurze Berührungen z. B. von Handinnenpunkten), durchgeführt wird.
Den jeweiligen PsychotherapeutInnen kommt hierbei u.a. die Rolle zu, (mit) darauf zu achten, dass sich die jeweiligen PatientInnen während des Behandlungsprozesses gut geerdet, in Sicherheit und autonom fühlen und immer wieder in die Beobachterposition und in ihren eigenen kreativen Raum gehen können.
Die meisten PatientInnen erleben nach einer Behandlung eine deutliche Entlastung dessen, was sie quält, verunsichert, ihnen Angst und Schmerz bereitet (hat), und sie fühlen sich entlastet. Die Erinnerung ist weniger oder gar nicht mehr quälend, die körperliche Erregung klingt spürbar ab, und negative Gedanken über sich selbst, die Welt und die Mitmenschen können neu und positiver formuliert und insbesondere auch gefühlt und erlebt werden. Am Ende eines positiv verlaufenden EMDR-Behandlungszyklus fühlen sich die PatientInnen ganz deutlich entlastet, können die Welt positiv mit neuen Augen sehen und verfügen über mehr erlebte Freiheitsgrade.
Wirkung von EMDR
Die genaue Wirkungsweise von EMDR ist noch nicht vollständig erforscht. Man nimmt an, dass blockierte Erinnerungen in das (heilende) Gesamtnetzwerk des Gehirns (und weiterer Netzwerke im Körper) unter Nutzung der natürlichen Verarbeitungsmechanismen des Gehirns aktiviert werden und integriert werden in das Gesamtnetzwerk unter Nutzung der natürlichen Verarbeitungsmechanismen des Gehirns
